PTZ - Vortragsreihe "Themenabende"

Die PTZ Themenabende sind die Vortragsreihe des Psychotraumazentrums
Leipzig e.V., mit deren Hilfe die gesellschaftliche und individuelle Wahrnehmung,
Anerkennung und Integration von psychischen Traumatisierungen und deren Folgen
stärker ins Bewusstsein gerückt werden sollen.

 

In den Vorträgen werden aktuelle Entwicklungen und praktische Erfahrungen aus dem Bereich der Psychotraumatologie von ausgewählten ReferentInnen vorgestellt. Im Anschluss an die Vorträge haben Sie die Möglichkeit zur Diskussion mit den Referenten.

 

Beginn der Themenabende ist jeweils um 18:30 Uhr //

 

Der Eintritt kostet 15 € / ermäßigt 10 € //

 

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen!

Übersicht Themenabende 2019

Juni

Notfallpsychologie und PSNV

Notfallpsychologie und PSNV

Der Vortrag gibt einen Einblick in das Berufsfeld Notfallpsychologie und verdeutlicht, zu welchem Zeitpunkt Notfallpsychologische Interventionen sinnvoll sein können und wann eine Weiterleitung in die Psycho(trauma)therapeutische Regelversorgung angezeigt ist. Hierzu wir Bezug genommen auf die Richtlinien der deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, auf den Konsensusprozess PSNV sowie ein Ausblick gegeben auf die aktuell in Entwicklung befindliche AWMF-S2k Leitlinie "Diagnostik und Behandlung von akuten Folgen psychischer Traumatisierung".
Daneben wird durch die Gelegenheit für viele Fragen eine spannende Diskussion den gemeinsamen Abend abrunden.

Mai

Anwendung des NADA Protokolls im psychosozialen Zentrum für Geflüchtete in Leipzig

NADA (National Acupuncture Detoxification Association) - Ohrakupunkturbehandlung ist für viele Menschen eine wirkungsvolle Hilfe zu innerer Stärke und Entspannung. Auch Patienten, die zu einer verbalen Therapie nicht oder noch nicht bereit sind, profitieren von der Behandlung. Kontraindikationen sind nicht bekannt. Behandlung nach dem NADA-Protokoll meint die wirkungsvolle Kombination von konventioneller Therapie mit der Anwendung von Ohrakupunktur in einem besonderen Setting. Die Behandlung führt- oft sogar unmittelbar- zu Reduktion von Stress und Stresssymptomen und hat eine ausgleichende, entspannende Wirkung, sodass viele danach besser mit Stress oder Stresssymptomen zurechtkommen. Weltweit liegen Berichte über positive Erfahrungen mit dem NADA-Protokoll in der Behandlung von traumatisierten Geflüchteten vor. Die TeilnehmerInnen erhalten Einblicke in die Arbeit des PSZ Leipzig, die Wirkungsweise von NADA auf unsere KlientInnen und bekommen die Möglichkeit (begrenzt) einer Selbsterfahrung mit NADA-Ohrakkupunktur.
 
Im Rahmen unserer monatlichen Veranstaltungsreihe "Themenabende" freuen wir uns auf Anja Dittrich, die freiberuflich als Trainerin und Dozentin und als Bildungsreferentin im Psychosozialen Zentrum für Geflüchtete Leipzig tätig ist. Hier findet sie Gelegenheit das NADA Protokoll anzuwenden und berichtet von ihren Erfahrungen.

April

Selbst- und Fremdaggressionen nach einem Psychotrauma – wie Täterintrojekte als Belastung entstehen und zu behandeln sind am  24.04.2019

Herr Dr. Vogt erläutert in diesem Vortrag weshalb die Opfer von grober seelischer, körperlicher, sexueller und tyrannischer Gewalt gleich doppelt
gestraft sind? Sie erleiden oft jahre- lange Qualen von Erziehungsträgern, organisierten Gruppen oder durch soziale Katastrophen wie Krieg und Vertreibung. Sie haben dann sehr lange Zeit mit den verwickelten Folgen
eben dieser Gewalt zu tun, indem Sie sich paradoxerweise weiter selbst schädigen oder plötzlich beginnen
andere Menschen zu peinigen, seelisch zu überfordern und zu schlagen etc.

 

Weshalb sind diese Prozesse eher gesetzmäßig als selten? Die heutige Psycho- traumatologie kann solche Phänomene besser als zuvor erklären und durch therapeutische Angebote behandeln helfen. Dieser Diskurs wird jedoch in der jungen Wissenschaft kontrovers geführt. Den Teilnehmern werden durch Einblicke
in das Therapiekonzept SPIM 30 als roter Faden Lösungsvorschläge vorgestellt.

 

März

Leipzig liest im PTZ "Warum normal sein gar nicht so normal ist...und warum reden hilft"                am 22.03.2019, 19 Uhr

Was muss passieren, damit das Leben eine 180-Grad-Wende macht?
Es ist gar nicht so lange her, da hat Dominique de Marné alles daran gesetzt, dass niemand mitbekommt,
wie schlecht es ihr geht. Dass sie exzessiv trinkt, dass sie sich selbst verletzt, mit Suizidgedanken kämpft.
Und heute? Jetzt hat sie ein Buch geschrieben, in dem sie ihre Geschichte der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Was ist passiert? Sie hat erfahren, dass nicht sie der Fehler, sie schwach oder unfähig ist, sondern dass sie krank ist. Und das hat alles verändert. Und jetzt möchte sie verändern, dass und wie wir über psychische Gesundheit reden.


Dagmar Olzo, Programmleiterin des Scorpio Verlages, wird die "Leipzig liest Veranstaltung" im Psychotraumazentrum Leipzig e. V. moderieren.

Januar

Filmvorführung und Gesprächsrunde "Bin ich verrückt? Meine Reise um festzustellen, ob meine Erinnerungen wahr sind" - eine persönliche Dokumentation von Mary Knight am 01.02.2019

Sie haben vielleicht von der #metoo Bewegung gehört - wussten Sie, dass dies nicht die erste Bewegung dieser Art war? In den 1980ern und den frühen 1990ern begannen Betroffene sexueller Kindheitstraumatisierungen, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Sie wurden zum Schweigen gebracht.Mary Knight hat keine durchgehende Erinnerung an ihre Misshandlungen. 1993, im Alter von 37 Jahren, kamen ihre Erinnerungen zurück. In ihrem persönlichen Dokumentarfilm untersucht Knight die Kontroverse um "falsche Erinnerungen" (False Memories). Sie interviewt u.a. Dr. Elizabeth Loftus, die von Bill Cosbys Verteidigung als Sachverständinge und Expertin für "falsche Erinnerungen" herangezogen wurde. Außerdem kommen die ehemalige Miss America und Inzestüberlebende Marilyn VanDerbur und Dr. Bessel Van der Kolk, Autor des wissenschaftlichen Bestellers "Verkörperter Schrecken" zu Wort. Im Anschluss an die 55-minütige Dokumentation steht Frau Knight für Fragen zur Verfügung. (Die Veranstaltung wird ins Deutsche übersetzt.)

 

Zum Workshop mit Mary Knight >>>
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Psychotrauma Zentrum Leipzig e.V.
Zschochersche Straße 1b
04177 Leipzig

Anmeldung: themenabende@psychotraumazentrum-leipzig.de

                        voll / ermäßigt
Abendkasse      10 € / 5 €
Workshopteilnehmer*innen gratis

(ermäßigt: Auszubildende, Studierende, Geringverdienende, Rentner*innen, Mitglieder PTZ)

 

Übersicht Themenabende 2018

November

Körperorientierte Psychotherapie: der andauernde, unbewusste Dialog Gestaltungsmöglichkeiten im Klientenkontakt am 28. November

Herr Schmitt zeigt bei diesem Vortrag Elemente des sogenannten andauernden, unbewussten Dialogs zwischen Therapeut und Klient. Wie wirken Körperhaltungen, wie die Regulation des Kontaktes über Augen, Mimik und Gesten? Dass Berührungen essentiell für das soziale Lernen sind, ist mittlerweile unumstritten. Welche Voraussetzungen braucht es, damit in der Arbeit mit Traumatisierten behutsam Schritte zur Integration des Körperlichen unternommen werden können?

 

Praktisch werden Übungen aus dem NLP, der Gestaltarbeit und der Körperpsychotherapie eingesetzt und dabei verschiedene Berührungsqualitäten erfahren. Diese können in einer gemeinsamen Runde dann vertieft, gerne auch hinterfragt werden.

 

 

September

Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern Beratungs- und Hilfsangebote am 26. September (Abgesagt)

Die psychische Erkrankung eines Elternteils stellt oft eine enorm hohe Belastung für die gesamte Familie dar. Kinder psychisch kranker Eltern haben ein deutlich erhöhtes Risiko selbst zu erkranken. Konflikte, Spannungen und zunehmende Anforderungen begleiten die Kinder in ihrem Alltag. Vor allem brauchen sie deshalb auch unterstützende und stärkende Begleitung, um mit ihrer Familiensituation fertig zu werden.
Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die Situation psychisch erkrankter Familien und stellt Möglichkeiten und Angebote der Familienberatungsstelle AURYN für betroffene Familien vor. AURYN ist ein Hilfs-angebot für Kinder und Jugendliche, deren Familiensituation durch die psychische Erkrankung eines Elternteils schwer belastet ist.

Juni

Sexuelle Traumatisierung Einführung in die traumatherapeutische Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen - Freitag, den 22.06.2018

Sexualisierte Gewalt findet jeden Tag statt. Die Opfer leiden oftmals an dissoziativen und depressiven Symptomen sowie extremen Schuld-, Scham- und Ekelgefühlen. Deshalb ist es in der therapeutischen Praxis notwendig, diesem Thema große Aufmerksamkeit zu widmen. Dieser Vortrag ist eine theoretische Einführung in die traumatherapeutische Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen.

 

 

Am Beispiel von sexualisierter Gewalt wird Frau Fliß Ihnen aufzeigen, wie Persönlichkeitsanteile entstehen, welchen Nutzen sie haben und wie man mit ihnen in verschiedenen therapeutischen Settings erfolgsversprechend arbeiten kann.

 

Auf diesen Vortrag aufbauend findet am 23.06.2017 im Psychotraumazentrum Leipzig e.V. ein Workshop statt, in dem die vorgestellten Settings erprobt und besprochen werden können.

 

Workshop – Sexuelle Traumatisierung - Samstag, den 23.06.18 | 9.00 Uhr – 15.00

In diesem Workshop wird Ihnen ein traumatherapeutisches Konzept zur Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen am Beispiel sexualisierter Gewalterfahrungen vorgestellt. Frau Fliß zeigt anhand spezieller Settings, wie man als TherapeutIn mit den Persönlichkeitsanteilen des PatientInnen in Kontakt treten und die Kommunikation zwischen den Anteilen zur Überwindung innerpsychischer Spaltung und zur Integration der erlebten traumatischen Erfahrungen fördern kann. Dazu werden Rollenspiele eingesetzt.

 

Die theoretische Einführung zu diesem Thema findet im Rahmen des PTZ-Themenabends am 22.06.2017 statt

 

Anmeldung zum Workshop

 

Mai

Berührung in der Psychotherapie – Vortrag mit Übungen - Freitag, den 04.05.2018

DP Thomas Haudel gibt einen Überblick über geschichtliche Hintergründe der Arbeit mit Berührung in der modernen Psychotherapie und stellt in selbigem Feld arbeitende TherapeutInnen und deren Einfluss dar, zu denen u.a. Sandor Ferenci, Wilhelm Reich, Eva Reich, Gerda Boyesen, Tilman Moser und Ralf Vogt gehören. Zudem werden die zugrundeliegenden Theorien und dazu bekannte Veröffentlichungen erläutert, aber auch entgegengesetzte Blickpunkte auf das Thema vorgestellt und der Standpunkt der Körperpsychotherapie dazu diskutiert.

 

Praktisch werden niedrigschwellige Berührungsinterventionen gezeigt und können vor Ort in Übungen ausprobiert werden sowie am Ende des Vortrages in einer Diskussion besprochen (und vertieft) werden.

 

April

Traumatisierung durch Heimerziehung in der DDR - Mittwoch, den 25.04.2018

Die Aufgabe der Versorgung elternloser oder familiengelöster Kinder ist so alt wie die Menschheit selbst. Somit ist Heimerziehung stets ein Spiegel der politischen, sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse der jeweiligen Zeit.

 

 

Die Heimerziehung in der DDR wird als Bestandteil der Geschichte der deutschen Heimerziehung eingeordnet. Sie ist bislang sowohl gesellschaftlich wie juristisch nicht gebührend aufgearbeitet worden. Die Debatte vernachlässigt die Verhältnisse in den sogenannten „Normalheimen“.

Die Art und Weise der Erziehung dieser Kinder und Jugendlichen zur sozialistischen Persönlichkeit wird als Ursache von Traumatisierung und Traumafolgestörungen an Beispielen näher beleuchtet.

 

März

Leipzig Buchmesse - Leipzig liest:  Lesung "Nachtfahrt der Seele"

»Am Tage merkte ich oft nicht, wie sehr ich mich im Gestrüpp dunkler Gedanken verloren hatte. Nachts versank ich in so tiefen Schlaf, dass ich mich morgens an nichts mehr erinnern konnte.«

     

Jan Ilhan Kizilhan, Psychotherapeut und Trauma-Experte, gerät im Winter 2010 in eine tiefe Sinn- und Lebenskrise. Während er in seiner Klinik eine vergewaltigte Kurdin betreut, fragt er sich voller Zweifel, ob er in solch schweren Fällen tatsächlich auf Dauer etwas Positives bewirken kann. Auf der Suche nach Heilung für die versehrte Seele des Menschen merkt der zweifach promovierte Professor jedoch nicht, wie er sich selbst immer mehr verliert. Nach außen funktioniert der Therapeut und Familienvater, innerlich jedoch ist er ausgebrannt